Jetzt schnell rein und die Tür verschliessen

[geträumtes]

Augen zu. Abriegeln, dichtmachen, fertig.

Aufatmen.

Endlich! Hier bin ich für den Moment sicher. Ich streife restlichen Schnee und Eiszapfen von mir und meinem Pelzmantel. Es ist so eisig in der Welt da draussen. Ich lege Schuhe und Mantel an der Garderobe neben der Eingansgstür ab.

Die runde Halle wirkt wie eine Höhle. Dunkel, fast versteckt im hinteren Bereich dient ein Kaminfeuer als Lichtquelle für den ganzen Raum. Es riecht nach brennendem Kaminholz und es knistert hörbar.

Das Feuer beleuchtet den Raum eher spärlich. Dunkelheit umzingelt das Licht. Wie eine Fahrradlampe in der Ferne. Durch das Züngeln der Flammen kommt Bewegung an die Wände. Für Bruchteile eines Augenblickes werden jeweils blitzartig Einzelheiten freigegeben.

Ich schaue in der Eingangshalle umher. Von hier aus gehen wie Stollen in einer Grube Flure in die Dunkelheit. Am Ende der Flure führen Treppen abwärts. In einigen Fluren hängen Fotos an der Wand. In einigen Fluren dagegen gibt es nur kahle, nackte Wände.

Fotos mit Erinnerungen.

Wenn ich mit meinen Augen bei einem Bild hängen bleibe, bewegt sich das Abgebildete. In den Fluren hängen Dokumentarfilme. Schwarz-Weiß und in Farbe. Manche Fotos verharren dagegen still. Schrecksekunden, Momentaufnahmen.

In einigen Fluren sehe ich dagegen keine Erinnerungen.

Mein Rückzugsort. Wenn ich schlafe, ziehe ich mich hierher zurück. Manchmal streife ich ziellos durch die Flure. Oft sitze ich aber vor dem Feuer und starre einfach nur in die Flammen.

Ich bin in meinem Kopf.