Steinerlei

Jetzt hatte sie den Stein ins Rollen gebracht. Endlich, ein tonnenschwerer Stein fiel auch mir vom Herzen.

Schon vor ewigen Jahren hatte er von den Dorfältesten den Auftrag erhalten, den Stein der Weisen zu suchen und ihn natürlich auch zu finden und ins Dorf zu bringen. Wie er das schaffen sollte, das war denen ziemlich egal. Erfolgreich musste er sein, sonst dürfe er sich hier nie mehr wieder blicken lassen. Die letzten Versager wollte man gar steinigen. Wenn er aber erfolgreich wäre, würde er das ganze Dorf steinreich und zudem auch noch in aller Welt bekannt machen.

Bisher hatten aber alle Dorfbewohner bei ihm auf Stein, ja auf Granit gebissen. Nichts und niemand konnte ihn überzeugen, das alle Mühen und Gefahren es letztendlich doch wert waren. Es hätte das Überleben der ganzen Siedlung für viele Jahre sichern können. Zum Schluss stritt sich daraufhin sogar das ganze Dorf. Keiner konnte ihn bisher zum Aufbruch überreden. Stein des Anstoßes war aber nicht nur seine Faulheit, sondern auch sein Herz aus Stein. Kein Mensch konnte sich ihm nähern, steinhart und stur blieb er in seiner Entscheidung, im Dorf zu bleiben. Nur, wer ohne Sünde war, durfte jetzt den ersten Stein werfen. Alle anderen mussten im Glashaus sitzen und würden grundsätzlich nicht mit Steinen schmeißen.

Allein die Prinzessin hatte bei ihm ein Stein im Brett und konnte ihn jetzt überzeugen.

Steinig kann der Weg sein, so ist es in Stein gemeißelt. Jede Menge Stolpersteine gab es sicherlich auf der weiten Reise und es sollte nicht nur einen Steinwurf entfernt sein, darauf hätten alle Stein und Bein geschworen. Schritt für Schritt musste ein Meilenstein nach dem anderen erreicht werden. Viele haben ihm zusätzlich Steine in den Weg gelegt und jeder gefundene Stein musste einzeln umgedreht werden.

Jeder Meter insgesamt betrachtet war nur ein Tropfen auf dem heißen Stein aber steter Tropfen macht zum Schluß immer ein Loch in den Stein und führt zum Ziel. So würde er viele Monate über Berg und Tal wandern, durch Wald und Wiesen und über Stock und Stein.

Er würde sicher steinalt sein, wenn er endlich sein Ziel erreicht, dachte er bei sich. Hoffentlich erstarrte er nicht zu Stein im Angesicht seines Erfolgs. Er schlief noch einmal wie ein Stein, bevor es dann am nächsten Morgen auf die Reise gehen sollte. Kein Steinpilz hätte ihn jetzt noch aufhalten können. Ein Steinhäger aber noch.
Oder Zwei?

—-
V1.0
—-

Eine kleine Schreibübung zur Wortverwendung „Stein“, Aus dem Volksmund, Sprichwörter, Verben etc., weil ich doch so vernarrt in Steine bin. 🙂 stein, steine, steinerlei, http://steinerlei.de

  1. den Stein ins Rollen bringen
  2. ein Stein fällt mir vom Herzen
  3. Stein der Weisen
  4. jemanden steinigen
  5. steinreich sein
  6. auf Stein gebissen, auf Stein beißen
  7. Stein des Anstoßes sein
  8. Herz aus Stein
  9. steinhart
  10. „wer ohne Sünde ist, ddarf den ersten Stein werfen“
  11. „Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen“
  12. ein Stein im Brett haben
  13. Steiniger Weg
  14. es ist in Stein gemeißelt
  15. Stolperstein
  16. einen Steinwurf entfernt sein
  17. Stein und Bein schwören
  18. Meilenstein
  19. Steine in den Weg legen
  20. jeden Stein einzeln umgedrehen
  21. „Tropfen auf dem heißen Stein“
  22. „steter Tropfen höhlt Stein“
  23. „über Stock und Stein wandern“
  24. steinalt sein
  25. zu Stein erstarren
  26. wie ein Stein schlafen
  27. Steinpilz
  28. Steinhäger